Variantenreich mit Pilatesübungen umzugehen, hält den Geist frisch, die Übung lebendig und verbessert die Bewegungsqualität enorm. Die Variante wird dann unbewusst mit dem „Original“ abgeglichen und Bewegungen werden damit vielseitig und artikulierter und es bringt viel Spass. Neben den Klassikern der Bewegungsveränderungen soll die folgende Ideenliste motivieren selbst kreativ zu werden mit neuen Qualitäten:
- Timing: Verändere die Geschwindigkeit der Bewegung: Je schneller die Bewegung wird, umso kleiner und gröber wird die Ausführung. Je langsamer du wirst, um so mehr Details wirst du wahrnehmen. Wie langsam kannst du werden? Was nimmst du wahr, wenn du sehr schnell wirst? Praktiziere Pausen als Teil der Bewegung
- neue Atemmuster nutzen: mach z.B. zwei Beinbewegungen mit einer Ausatmung, roll beim einatmen nach oben… lass die Atmung ruhig fließen und werde ganz schnell in der Bewegung…
- Improvisiere mit dem Kontakt zum Boden: wie wenig Kontakt brauchst du? Arme hoch…. Lass die Bewegung zum Balanceakt werden
- Dynamik: wie würde sich “laut” in der Bewegung anfühlen, wie “leise”. Gibt es Bereiche im Körper die leise sind und andere gleichzeitig laut? Bedeutet leise sanfter oder etwas anderes für dich?
- Isometrische Qualität: stell dir vor du bewegst dich durch eine feste Flüssigkeit und musst viel Kraft aufbauen, um z.B. ein Bein abzusenken. Wie fühlt es sich ohne Schwerkraft und durchlässig an?
- Dimension: Lass die Bewegung expandieren, anwachsen und sehr klein werden
- Verändere den Hebel: lass den Schwerpunkt weit weg vom Körper (lange Beine) oder sehr nah an den Körper kommen (Knie beugen)
- Fokus: führen oder folgen die Augen der Bewegung? Bewege dich abwechselnd mit geschlossenen und offenen Augen. Lege die innere “Taschenlampe” auf Details und einzelne Körperteile z. B. die Zehen
- Ebene: bring die Übung auf eine andere Ebene. Wie wäre der single leg stretch im Stand?
- Raumrichtung: Wechsel die Bewegungsrichtung. Um beim single leg stretch zu bleiben. Wie fühlt es sich an, den zur Seite zur strecken oder die Körpermitte zu kreuzen?
- Form: Wenn du dich von aussen betrachten würdest, was ist die Form deiner Bewegung, wie sehen die Zwischenräume aus? Was ist die innere Form, z.B. die der einzelnen Wirbelkörper
… es gibt viele Möglichkeiten Bewegung immer wieder neu zu entdecken und nicht in starren Routinen zu verharren.
Viel Freude beim experimentieren.
